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Das meiste, was wir sehen, geht verloren, 

noch während wir es betrachten. 

Johanna Götz

Überschrift 1

Ich habe die Perfektion nicht aufgegeben – ich habe sie nur neu definiert. Meine Kunst sucht die absolute Kontrolle im vermeintlich Unperfekten.

                                                                                                  Als stille Beobachterin habe ich über eine Dekade hinweg im Verborgenen gearbeitet. Abseits der visuellen Ablenkung ist meine Bildsprache in einer vollkommen autonomen und autodidaktischen Entwicklung gewachsen. In dieser Zeit habe ich das handwerkliche Fundament und die technische Präzision erlangt, die es mir heute erlauben, Regeln zu beherrschen – und gezielt zu brechen. Das vermeintlich makellose Bild wurde für mich irgendwann zur kreativen Sackgasse. Mein Ausbruch daraus war eine innere Rebellion gegen meine eigene Perfektion. Ich empfand die bloße technische Abbildung als austauschbar – eine Erkenntnis, die ich heute, im Angesicht der allgegenwärtigen visuellen Sättigung, mehr denn je auf die Kunstwelt übertragen kann. Meine Bildsprache entstand aus der tiefen persönlichen Notwendigkeit, ein Bild zu erschaffen, das die ästhetische Amnesie überdauert. Das vermeintlich Fehlerhafte – ein falscher Fokus, eine zu lange Belichtungszeit, eine verwackelte Dynamik oder eine Perspektive jenseits des goldenen Schnitts ist bei mir zum bewussten Gestaltungsprinzip geworden. Dieses Aufheben der klassischen Regeln geschah jedoch nie zugunsten des Zufalls, sondern folgt einer strengen Kontrolle. Ziel ist es nicht, die Ästhetik aufzugeben, sondern sie auf eine neue Eben zu heben. Ich fotografiere nicht, um Geschichten zu erzählen oder die Realität zu dokumentieren, sondern weil mich das Zusammenspiel von Licht, Form und Raum fasziniert. ​

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In meinen Arbeiten der Painterly Photography und des Abstract Impressionism nutze ich die Etymologie des Fotografierens – das Malen von Licht. Indem ich die Kamera während der Belichtung bewusst bewege / International Camera Movement (ICM), abstrahiere ich die visuelle Realität. Der Kamerasensor wird dabei zur Leinwand, die Linse zum Pinsel. Das menschliche Gehirn ist darauf ausgerichtet, visuelle Reize unmittelbar mit gespeicherten Mustern abzugleichen, um Objekte schnell zu identifizieren. Das Auflösen der scharfen Konturen unterbricht diese Kategorisierung. Die Abstraktion meiner Bilder fordert den Verstand des Betrachters aktiv heraus die gewohnte Realität zu verlassen und eine eigene individuelle, emotionale Resonanz zu erzeugen.

Johanna Götz, geboren 1996 in Hamburg, arbeitet in Deutschland. Sie wuchs in einer Künstlerfamilie auf, wodurch ihr Blick für Form, Komposition und das visuelle Schaffen von frühester Kindheit an geprägt wurde. Abseits des öffentlichen Kunstbetriebs entwickelte sie über eine Dekade hinweg eine eigenständige Bildsprache im Stillen. Nach einer langjährigen Phase des bewussten Sammelns, Verwerfens und Kuratierens im eigenen Archiv öffnet Götz ihre Arbeiten seit 2026 erstmals für die Öffentlichkeit. Ihre Fotografien und Texte wurden bereits international präsentiert, darunter im Rahmen einer Gruppen-ausstellung der Aurora Gallery sowie bei einer Ausstellungs- und Textveröffentlichung in Bangalore, Indien. Zudem wurden ihre visuellen Arbeiten von mehreren internationalen Kunstplattformen zur Repräsentation ausgewählt und fließen in kommende, kuratierte Buchpublikationen ein.

0176 47 66 51 49
goetz.gestaltung@aol.com

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